COwWEL Stakeholder-Workshop zur Entwicklung von Strategien für nachhaltigen Milch- und Rindfleischkonsum für Menschen sozio-ökonomisch benachteiligter Gruppen

Welche Maßnahmen oder Strategien braucht es für einen gesunden und nachhaltigen Milch- und Rindfleischkonsum, insbesondere für Menschen sozio-ökonomisch benachteiligter Gruppen? Dieser Frage widmete sich einer der beiden zentralen Workshops des Projekts. Zu diesem waren neben den Bürgerforschenden („Citizen Scientists“), welche bereits seit Beginn des Projekts in die Entwicklung eines Fragebogens eingebunden waren und selbst Erhebungen in ihren Gruppen durchführten (s. Projektbeschreibung), Vertreter*innen wichtiger Akteure der Lebensmittelversorgung, insbesondere der Milch- und Rindfleischproduktion in und um Wien, eingeladen.

Der Workshop fand am 22.06.2026 in der Gemeinschaftsküche „Community Cooking“ der Caritas Stadtteilarbeit im Kulturhaus Brotfabrik im 10. Wiener Gemeindebezirk statt. Mit ca. 30 Akteur*innen (Bürgerforschende, Praxis und Wissenschaft) begann der Workshop mit einer besonderen Art des Kennenlernens: einem gemeinsamen Kochen, bei dem vier Gruppen, gemischt aus Bürgerforschenden und Praxisakteur*innen, je ein Gericht zubereiteten. Das Kochen wurde von einer ersten Diskussion in den Kleingruppen begleitet, die sich darum drehte, welche Veränderungen es brauche, um möglichst alle Menschen mit nachhaltigen Milch- und Rindfleischprodukten versorgen zu können bzw. wie diese Produkte für alle Menschen zugänglich, bezahlbar und attraktiv werden. Nachdem durch das gemeinsame Kochen und anschließende Essen eine gelöste, vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen war, erfolgte eine Vorstellung des Projekts inklusive einiger Ergebnisse, bevor in die vertiefende Erarbeitung eingestiegen wurde.

Zentraler Bestandteil im ersten größeren Arbeitsblock war ein World Café. Hier wurden Maßnahmen für gesunden und nachhaltigen Lebensmittelkonsum für alle Menschen diskutiert, die durch 1) Politik, 2) Wirtschaft und 3) Zivilgesellschaft umgesetzt werden können. Einige Maßnahmen waren bereits im Fragebogen enthalten, zudem konnten die Teilnehmenden weitere Maßnahmen ergänzen. Diese Maßnahmen wurden dann im Hinblick auf Herausforderungen der Umsetzung und Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung diskutiert. Häufig fielen beispielsweise die Aspekte (Ernährungs-)Bildung und die Bündelung politischer Verantwortlichkeiten aus allen relevanten Bereichen. Die Struktur des Formats ermöglichte es, verschiedene Fragestellungen nacheinander zu bearbeiten und vielfältige Sichtweisen systematisch zusammenzutragen.

Nach einer Pause wurden die Impulse aus dem World Café in Kleingruppen weiterverfolgt. Jede Gruppe wählte zwei der zuvor andiskutierten Maßnahmen aus und beschäftigte sich intensiver mit ihrer Umsetzung in Bezug auf Zuständigkeiten, Voraussetzungen für die Umsetzung und Hindernisse, aber auch wie diese für Konsument*innen passend und attraktiv ist. Unter anderem wurden die Maßnahmen „Günstigerer Preis für gesunde & nachhaltige Grundnahrungsmittel“, „Selbstregulierung Werbung“ und „Förderung von Bürger*innenbeteiligung im Ernährungssystem“ vertiefend ausgearbeitet. Abschließend präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum. Durch die heterogene Zusammensetzung der Gruppen konnten Wissen, Wünsche und Erfahrungen verschiedenster Personen(gruppen) mit integriert werden. Zum Ausklang gab es Raum für informelle Vernetzung und Austausch bei Snacks und Getränken, womit der Tag genussvoll und im Gespräch endete.

Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmenden für die engagierte Mitarbeit und den konstruktiven Austausch – trotz der herausfordernden Hitze! Die im Workshop entwickelten Impulse und Maßnahmen bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit an Strategien für gesunden und nachhaltigen Milch- und Rindfleischkonsum.